So war 2012 | CAMäleon Jugendfilmpreis

So war 2012

Im Jahr 2012 wurden in den damals ausgeschriebenen Kategorien "Naturreportage 12 - 15 Jahre" und "Naturreportage 16 - 18 Jahre" keine Preise gegeben. Es wurde eine zusätzliche Kategorie "Sonderpreis Naturfilm unter fachlicher Anleitung" ausgelobt.

Kategorie „Naturdokumentation 12 - 15 Jahre" - 1. Preis

„Die Ameise und ihr Staat" von Olivia Salm (12) und Lucy Strauch (12), Deutschland


Kommentar der Jury:

Olivia und Lucy haben für ihren Film ein sehr anspruchsvolles und schwierig umzusetzendes Thema gewählt. Mit einem eher wissenschaftlichen Ansatz dokumentieren Sie das Leben im Ameisenstaat, wobei es Ihnen gelungen ist, dem Zuschauer viele Fakten leicht verständlich nahe zu bringen.

Sich ständig bewegende, quirlige Ameisen sind keine einfachen Protagonisten und nicht leicht zu drehen. Umso bemerkenswerter ist es, dass der Film durch abwechslungsreiche und technisch sehr gute Bildeinstellungen, einen guten Schnitt und eine passende Vertonung überzeugt.

Für zukünftige Projekte wäre es sicher eine Erleichterung, das Thema etwas stärker einzugrenzen und sich noch mehr auf die Geschichte zu konzentrieren. Auch etwas weniger Text würde die Bilder noch besser zur Geltung bringen.

Insgesamt gesehen haben sich Olivia und Lucy sehr intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und trotz der Komplexität einen technisch und inhaltlich sehr guten und informativen Film gedreht.

Kategorie „Naturdokumentation 12 - 15 Jahre" - 2. Preis

"Wachstum - Wunder der Natur" von Eva Föller, Schweiz (14)


Kommentar der Jury:

Eva Föller hat sich ebenfalls ein wahrhaft schwieriges Thema gesucht, was nicht nur filmisch, sondern auch inhaltlich schwierig umzusetzen ist. Verschiedene und sinnvoll eingesetzte Stilmittel wie Interview, Zeichnungen und Zeitraffer dienen der Vereinfachung des komplexen Themas und überraschen den Zuschauer immer wieder neu. Zwar nicht immer perfekt technisch umgesetzt, werden die stimmungsvollen Bilder jedoch mit einer leichten Erzählweise und selbst gespielter Musik hinterlegt.

Um den roten Faden des Filmes noch stärker herauszuarbeiten, wäre eine Eingrenzung des Themas sicherlich hilfreich gewesen. Wachstum ist ein weiter Begriff, der viele Details umfasst und zu dem sich unendlich viele Geschichten erzählen lassen. Trotzdem ist es Eva gelungen, den Zuschauer mit einem verständlichen und interessanten Film für ein so komplexes Thema zu gewinnen.

Kategorie Naturdokumentation 12 - 15 Jahre - 3. Preis:

„Die Mäuse von Michaelsberg“ von Hannah Krämer (14) und Lea-Lina Oppermann (14), Deutschland


Kommentar der Jury:

Lea-Lina und Hannah haben ein anspruchsvolles Thema filmisch gut umgesetzt. Mäuse sind flinke Tiere - ihnen mit der Kamera zu folgen ist oft schwierig, so dass nicht immer ein ruhiges Bild möglich war. Trotzdem ist es den beiden Filmemacherinnen gelungen, mit gut geschnittenen Bildern kleine Geschichten zu erzählen.

Die Dramaturgie besticht durch einen gut aufgebauten Spannungs-bogen, dem allerdings eine abschließende Zusammenfassung fehlt. Um den Informationsgehalt etwas zu reduzieren und den Zuschauer nicht zu überfordern, wäre es sinnvoll gewesen, sich auf eine oder zwei Arten zu konzentrieren.

Insgesamt ist es Lea-Lina und Hannah gelungen, mit filmischem Enthusiasmus – und das beweisen nicht zuletzt die sehr kreativ und offenbar selbst angelegten Geräusche – eine schöne Geschichte aus der Natur vor der Haustür zu erzählen.

Kategorie Naturdokumentation 16 - 18 Jahre - 1. Preis


"Leben in zwei Elementen" von Philipp Gerhardt (16), Deutschland


Kommentar der Jury:
Es ist sehr beeindruckend, wie viel Material Philipp für seinen Film zusammengetragen hat. Anschaulich berichtet er über das Leben der Amphibien, hier besonders der Salamander.

Phillips Film zeigt nicht nur schwierig zu drehende Szenen aus dem wahrscheinlich heimischen Terrarium, sondern auch aus den Alpen oder von Truppenübungsplätzen. Der Filmemacher hat seine Dreharbeiten aufwändig gestaltet und sich zudem intensiv Gedanken zur Dramaturgie des Films sowie zur technischen Umsetzung gemacht. Dabei verliert er sich nicht allzu sehr in Details, sondern versucht, eine Geschichte zu erzählen, die er mit Stilmitteln wie Schärfenverlagerung, Zeitraffern und angenehmen Kamerabewegungen optisch aufwertet. Als einer der wenigen Einsender ist es ihm gelungen, Atmosphäre zu schaffen. Einige Sequenzen hätten zwar durchaus kürzer ausfallen und so die Dramaturgie etwas straffer gehalten werden können, dennoch wurde auf einem für diese Altersklasse sehr beeindruckendem Niveau gearbeitet.

Hier wird ein Kameratalent sichtbar, das merklich Spaß am Thema und den Bildern hat und dies auch dem Zuschauer eindrucksvoll vermittelt.

Kategorie Naturdokumentation 16 - 18 Jahre - 2. Preis


"Lurchleben" von Scarlett Clauss (17), Deutschland


Kommentar der Jury:
Scarlett ist es gelungen, viel interessantes Tier-Verhalten in ihren Film einzubauen und einen Spannungsbogen zu entwickeln, der den Zuschauer neugierig werden lässt. Sie hat sich ganz augenscheinlich stark mit dem Thema Lurche befasst.

Am Anfang ist der rote Faden der Geschichte noch nicht klar erkennbar, auch ist der Film recht lang geworden; manches hätte man kürzen können. Im Laufe des Films wird die Geschichte aber mehr und mehr erkennbar. Die Musik ist dramaturgisch gut eingesetzt, was nicht zuletzt die Kröten beim Wiener Walzer gekonnt in Szene setzt.

Kategorie Naturdokumentation 16 - 18 Jahre - 3. Preis


"Die Natur vor unserer Haustür" von Julian Baufeldt (16), Deutschland


Kommentar der Jury

Julian hat einen recht künstlerischen Film gedreht, was gerade am Anfang und am Ende sehr zum Tragen kommt. Die interessanten und ansprechenden Bilder wurden gut vertont, Geräusche und Musik sinnvoll eingesetzt. Insbesondere die Kamerafahrt durch den Baum sowie die Zeitraffer-Aufnahmen der Verpuppung des Schwalbenschwanzes sind sehr gelungen.

Allerdings bekommt der Zuschauer erst im Laufe des Films einen vagen Eindruck davon, was der Filmer unter der „Natur vor unserer Haustür“ versteht. Die Festlegung auf weniger Hauptakteure und ein Focus auf zusätzliches Verhalten, hätten die Geschichte sicherlich gestärkt und abgerundet – ohne dabei auf den künstlerischen Anspruch verzichten zu müssen. Zukünftig sollte Julian seine Themenwahl inhaltlich stärker beschränken, um seine Filme dramaturgisch gezielter aufbauen zu können.

Insgesamt hat Julian einen sehr ansprechenden und individuellen Film gestaltet, der immer wieder optische Überraschungen bietet. Hier steckt viel Potenzial, das sich unter fachlicher Anleitung noch besser entfalten würde.

Kategorie "Sonderpreis "Naturfilm unter fachlicher Anleitung" - 1. Preis


"Artenvielfalt durch Biotopverbund" von Marcel Cremer-Dürr (14), Jon-Vincent Drewes (15), Joris Max Lassen (11) und Finja Lück (15), Deutschland


Kommentar der Jury
Das Filmteam hat sich umfassend mit der Notwendigkeit vernetzter Lebensräume für Tiere auseinander gesetzt. In seiner Reportage verbindet es gezielt Hintergrundwissen, Interviews, Archivmaterial und Naturbeobachtungen und gewinnt den Zuschauer für eine wichtige Umweltproblematik.

Handwerklich und technisch bewegt sich ihr Film auf sehr hohem Niveau. Bildgestaltung, Schnitt und Ton wurden sauber ausgeführt. Inhaltlich könnte das Team zukünftig noch stärker darauf achten,  dass nicht nur die Bilder, sondern auch der Text auf die Geschichte hinarbeitet und nicht zerfasert. Er sollte passend zu den Szenen gestaltet werden, um Text-Bild-Scheren zu vermeiden.

Insgesamt hat das Team ein inhaltlich und filmisch überzeugendes Plädoyer für die Schaffung von Wandermöglichkeiten für Tiere geschaffen.

Kategorie Sonderpreis "Naturfilm unter fachlicher Anleitung" - 2. Preis


"Vom Ei zum Adler" von Friederike Grimm (13), Elea Kiesel (13), Birte Winter (12), Henrik Winter (16), Deutschland


Kommentar der Jury
Das Team hat mit „Vom Ei zum Adler“ einen Film gedreht, dem es handwerklich und technisch an so gut wie nichts mangelt. Inhaltlich ist das Thema klar eingegrenzt und strukturiert.

Es fehlen allerdings Highlights, die das Betrachten zu einem Genuss machen. Hierzu wären visuelle Details, Verhaltensbeobachtungen oder dramaturgische Wendungen sehr hilfreich gewesen. Der Sprechertext orientiert sich nicht immer am Bild, sondern läuft häufiger parallel oder entfernt sich von der Handlung, sodass Text-Bild-Scheren entstehen. Außerdem werden viele Sachinformationen dem Interviewten überlassen, statt diesen mit seiner Meinung oder persönlichen Erfahrungen zu Wort kommen zu lassen. Passend eingesetzt sind dagegen Atmos und Geräusche. Auch Schnitt und Kameraführung sind gelungen.

Handwerklich hat das Team souverän seine technischen Möglichkeiten eingesetzt. Durch eine interessantere Aufbereitung des Themas hätte der Film noch weiter an Qualität gewinnen können.

Kategorie "Sonderpreis "Naturfilm unter fachlicher Anleitung" - 3. Preis


- kein Preis vergeben -

"Für mich war es ein großartiges Erlebnis. Die Kamera ist mein drittes Auge geworden.“
Lena Saenger, 16 (Gewinnerin 2011)

Zum Anmeldeformular
Heinz Sielmann Stiftung